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Erfahrungsberichte

Auf dieser Seite finden Sie exklusive Erfahrungsberichte von Patient*innen, die wir – falls gewünscht – auch anonym zu Wort kommen lassen.

November 2023

Erlebnisbericht einer Patientin mit Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Krebs bekommen würde. Ich war stets eine gesunde Frau, die viel Wert auf gute Ernährung und Sport gelegt hat. Als ich dann vor etwa einem Jahr unter diffusen Bauchschmerzen litt, hieß es noch, dass ich wohl einen Reizdarm hätte, denn meine Laborwerte nach dem großen Blutbild waren tiptop.

Dennoch hatte meine Hausärztin die Eingebung, mich zur Sonografie zu schicken, und dann ging auf einmal alles ganz schnell. Auf der Leber waren Schatten zu sehen, was alles oder nichts bedeuten konnte. Ich bekam sofort einen Termin im Israelitischen Krankenhaus Hamburg – zur weiteren Abklärung. Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegerinnen und Pfleger im Israelitischen Krankenhaus, alle waren sehr nett. Es folgten ein CT und eine Leberbiopsie – und dann, mit 56 Jahren, die niederschmetternde Diagnose: Pankreaskarzinom mit Metastasen in der Leber.

Die Diagnose war irgendwie völlig surreal, schwer zu begreifen. Mein großer Rückhalt in dieser schlimmen ersten Zeit waren mein Mann, meine Söhne und meine Freunde. Wir haben viel geredet, auch über unsere Ängste. Haben zusammen geweint und gelacht, aber vor allem haben mir alle eine große Zuversicht mit auf den Weg gegeben, die mich mein Schicksal annehmen ließ. Ohne Groll oder Depression, ohne Psychotherapie. Ich habe dem Krebs den Kampf angesagt, habe mich noch bewusster und gesünder ernährt, habe weiterhin Sport gemacht und habe die Chemotherapie als meinen Verbündeten in diesem Kampf ernannt.

In meiner onkologischen Praxis „hope“ fühle ich mich unglaublich gut betreut, vor allem von meinem Arzt Prof. Dr. Stein. Er hat mir auch den Rat gegeben, zusätzlich zur Chemo noch einen Komplementärmediziner zu kontaktieren, über den ich dann eine Misteltherapie begonnen habe. Auch zur Hamburger Krebshilfe habe ich Kontakt aufgenommen und um eine Empfehlung für eine TCM-Praxis gebeten. Mit Akupunktur konnte der elende Juckreiz als Nebenwirkung der Chemo behandelt werden. Und meine schwindenden lange Haare? Sie wurden von einer wunderbaren Echthaar-Perücke der kleinen Manufaktur „Die Königinnen“ ersetzt. So war ich wieder ich selbst.

Ich habe mir anfangs oft die Frage gestellt, ob ich nicht eher hätte zum Arzt gehen Müssen und habe mir Vorwürfe gemacht. Aber solche Gedanken sind müßig und führen zu keinem Ergebnis. Für mich war es sehr wichtig, mein Schicksal anzunehmen und trotz Krebs auch weiterhin Spaß und Freude am Leben zu haben, noch viel zu erleben (solange es geht), zu verreisen, glücklich zu sein über kleine Momente. Mir geht es immer noch gut und ich hoffe sehr, dass das noch lange so bleiben wird.