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Geschichte

Israelitisches Krankenhaus Geschichte

Geschichte des Israelitischen Krankenhauses

Die wechselvolle Geschichte des Israelitischen Krankenhauses begann 1839. Damals veranlasste die katastrophale Krankenhaussituation in Hamburg den jüdischen Bankier und Hamburger Mäzen Salomon Heine, ein neues Hospital zu stiften. Er widmete es dem Andenken seiner verstorbenen Frau Betty.

Am 10. Juni 1841 wurde unter dem Beifall von mehr als 500 Honoratioren aus Hamburg und dem damals selbstständigen Altona, darunter viele Senatoren sowie jüdische und christliche Würdenträger, feierlich der Grundstein gelegt. Am 7. September 1843 wurde das Israelitische Krankenhaus am Standort in der damaligen Eckernförder Straße auf St. Pauli eingeweiht, im Dezember begann der eigentliche Betrieb. Damit gehörte es zu den ersten jüdischen Kliniken in ganz Deutschland.

Ausdrücklich stand es vom ersten Tag an allen Hamburger Einwohnern, gleich welcher Religionszugehörigkeit, offen. Die Nationalsozialisten behinderten die erfolgreiche Arbeit des außerordentlich beliebten Krankenhauses in der Zeit ihrer Herrschaft von 1933 bis 1945 mit zahlreichen Restriktionen.

So beschlagnahmten sie 1939 kurzerhand das Gebäude. Das Israelitische Krankenhaus musste zunächst in eine ehemalige Privatklinik in der Johnsallee umziehen und 1942 in das Siechenheim der Deutsch-Israelitischen Gemeindein der Schäferkampsallee wechseln. Gleichzeitig verlor das Israelitische Krankenhaus seine rechtliche Selbstständigkeit. Doch bereits 1946 wurde ein kommissarisches Kuratorium zur Übernahme der Krankenhaus-Verwaltung eingesetzt. Die Klinik blieb zunächst in einem bescheidenen Rahmen am Standort Schäferkampsallee. Im Jahr 1952 gelang die Wiederbelebung der Stiftung.

1961 – Neubeginn am Orchideenstieg

Schon bald reichten diese Räumlichkeiten aber nicht mehr aus. Seit Mitte der 1950er-Jahre wurden verschiedene Pläne zur Abhilfe der unzureichenden Verhältnisse in der Schäferkampsallee erwogen. Mit Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg wurde ein neues Gebäude am Orchideenstieg errichtet. Dem unermüdlichen Einsatz der damaligen Kuratoren des Israelitischen Krankenhauses und seiner Freunde und Förderer ist es zu verdanken, dass am 15. Dezember 1960 das neu erbaute Israelitische Krankenhaus dort eingeweiht werden konnte.

Heute ist das Israelitische Krankenhaus ein freigemeinnütziges Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und in den Krankenhausbedarfsplan der Freien und Hansestadt Hamburg integriert. Ganz im Sinne des einstigen Stifters Salomon Heine findet hier jeder Patient Aufnahme – unabhängig von Religion, Nationalität oder Hautfarbe. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg bietet es umfassende Möglichkeiten zur Unterweisung und praktischen Ausbildung von Medizinstudenten.

Israelitisches Krankenhaus in Hamburg – 175 Jahre

Anschaulich erzählen die Autoren, darunter aktive und ehemalige Ärzte und Wegbegleiter, die bewegende Geschichte eines besonderen Krankenhauses, das damals wie heute für eine medizinische und pflegerische Versorgung auf sehr hohem Niveau zum Wohle aller Patienten stand und steht. Kompakte Porträts würdigen jene Menschen, die durch ihre Leistungen und Beiträge die Klinik weiterentwickelt und profiliert haben. Die tiefgehenden Brüche und existentiellen Bedrohungen durch die NS-Diktatur nach 1933 werden ebenso thematisiert wie die schwierige Wiederbelebung der Stiftung nach 1945. Das heutige Israelitische Krankenhaus steht in einer langen Tradition, deren bestimmende Grundsätze die Versorgung von Kranken unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, gelebte Zuwendung für die Patienten und hochqualifizierte Medizin sind.
„Menschenliebe ist die Krone aller Tugenden“ – an diesem Leitmotiv des Stifters Salomon Heine orientiert sich die tägliche Arbeit aller Mitarbeiter des Israelitischen Krankenhauses über alle politischen, wirtschaftlichen und technologischen Wandlungen hinweg auch heute.

Harro Jenss, Marcus Jahn, Peter Layer, Carsten Zornig (Hg.): Israelitisches Krankenhaus in Hamburg – 175 Jahre, Hentrich & Hentrich (Berlin), 2016
167 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-95565-159-6

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