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Innovative OP-Robotik für Hamburg: Israelitisches Krankenhaus führt SHURUI ein

Hamburg, den 02.11.2026

Innovative OP-Robotik für Hamburg: Israelitisches Krankenhaus führt SHURUI ein

Single-Port-System ermöglicht Operationen über einen einzigen Zugang

Das Israelitische Krankenhaus Hamburg (IKH) hat sein OP-Robotikzentrum um SHURUI erweitert. Die robotisch assistierte Single-Port-Technologie ermöglicht operative Eingriffe über einen einzigen kleinen Zugang. Bislang kommt das System nur an wenigen Standorten zum Einsatz: In Deutschland nutzt es neben dem IKH nur die München Klinik Bogenhausen, europaweit ist es außerdem in Barcelona im Einsatz. Mit SHURUI stehen der Viszeralchirurgie des IKH nun drei verschiedene robotische Systeme zur Verfügung, ein Novum in Deutschland.

Der besondere Ansatz: ein einziger Zugang

Statt mehrerer kleiner Schnitte für Kamera und Operationsinstrumente reicht bei SHURUI ein einziger, rund 2 bis 2,5 Zentimeter kleiner Zugang. Möglich machen das die besonders schlanken und biegsamen Instrumente des chinesischen Herstellers Surgerii Robotics, die sich im Operationsgebiet flexibel in verschiedene Richtungen abwinkeln und unabhängig voneinander steuern lassen. Eine bewegliche 3D-Kamera zeigt dem Operationsteam dabei die Sicht auf den Eingriffsbereich. Das Single-Port-Verfahren eröffnet besonders in engen, schwer zugänglichen Körperregionen wie der Speiseröhre oder dem Becken, in denen sich mehrere Zugänge kaum platzieren lassen, neue Möglichkeiten. Für Patient*innen kann das bedeuten: weniger Gewebetrauma, ein geringeres Infektionsrisiko, oft weniger Schmerzen nach der Operation und ein besseres kosmetisches Ergebnis, da nur eine statt mehrerer Narben entsteht.

Die Premiere im Operationssaal erfolgte am 16. Oktober, bei der Entfernung eines Mastdarmtumors. Es war die erste Rektumresektion mit SHURUI in Europa.

Neue Technik, gleiche Verantwortung

So neu die Technik ist – am Grundprinzip roboterassistierter Chirurgie ändert sich nichts: Jede Bewegung wird in Echtzeit von den Chirurg*innen an der Konsole gesteuert, nicht vom System selbst. „Das System ist neu, unsere Verantwortung bleibt dieselbe“, betont Prof. Dr. Jan-Hendrik Egberts, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik am IKH. „Die Entscheidung über jeden Handgriff liegt weiterhin vollständig beim behandelnden Team.“

Für jede Situation das passende System

Mit SHURUI stehen dem chirurgischen Team des IKH drei robotisch assistierte Systeme zur Verfügung: da Vinci Xi, Hugo™ RAS und SHURUI. In der Viszeralchirurgie ist diese Kombination in Deutschland bislang einzigartig. Welches System eingesetzt wird, entscheidet das Ärzteteam abhängig vom Eingriff und den anatomischen Gegebenheiten. Dabei spielen unter anderem Tumorgröße und -lage, Voroperationen und die persönliche Anatomie eine Rolle. Die parallele Arbeit mit unterschiedlichen Systemen verschafft dem Team einen Erfahrungsschatz, der in dieser Form nur wenigen Kliniken in Deutschland zur Verfügung steht und der Patient*innen direkt zugutekommt. „Es ist spannend, mitzuerleben, wie sich die Möglichkeiten der robotischen Chirurgie weiterentwickeln. Unsere Erfahrung aus mehr als 3.000 roboterassistierten Eingriffen hilft uns, diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen und auch bei der Weiterentwicklung mitzuwirken“, so Prof. Egberts.

Auch räumlich ist das Krankenhaus auf den Einsatz mehrerer Systeme ausgelegt. „Möglich wird der parallele Einsatz mehrerer Systeme auch durch die kürzlich abgeschlossene Erweiterung des OP-Trakts am IKH. Die neuen, modernisierten Operationssäle wurden gezielt so ausgelegt, dass mehrere Robotik-Systeme gleichzeitig zum Einsatz kommen können“, ergänzt Marcus Jahn, Geschäftsführer des IKH.

Erfahrung und Spezialisierung in der robotischen Chirurgie

Das 1839 gestiftete Israelitische Krankenhaus Hamburg gehört zu den führenden Adressen für Erkrankungen der Verdauungsorgane in Deutschland. Es ist das größte Darmkrebszentrum des Landes nach Fallzahlen und die einzige Klinik im Hamburger Krankenhausplan, die als Viszeralmedizinisches Zentrum ausgewiesen ist. Mit der Integration von SHURUI baut das IKH seine robotische Chirurgie weiter aus. Dabei steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr gezielter Einsatz dort, wo sie Patient*innen einen zusätzlichen, schonenderen operativen Zugang eröffnen kann. Die Zusatzkosten für roboterassistierte Operationen übernimmt das Haus für alle Patient*innen, unabhängig von Nationalität oder Religion.

Mehr Informationen zu unserem Robotikzentrum finden Sie hier: Ihr Robotikzentrum in Hamburg – Roboterassistierte Chirurgie – Israelitisches Krankenhaus Hamburg und hier: Erweiterung des OP-Trakts abgeschlossen – Israelitisches Krankenhaus Hamburg

Operation unter Einsatz des Assistenzsystems SHURUI

Operation unter Einsatz des Assistenzsystems SHURUI

Operationsteam nach erster SHURUI-Operation

V.l.: Marcus Jahn, Prof. Dr. Jan-Hendrik Egberts, Prof. Kai Xu