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Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg – Zertifizierte Behandlung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) zählt zu den medizinisch anspruchsvollsten Krebserkrankungen – und zu jenen, bei denen spezialisierte Expertise den entscheidenden Unterschied macht. Jährlich erhalten in Deutschland rund 20.000 Menschen diese Diagnose. Eine Nachricht, die Fragen aufwirft und Orientierung erfordert.

Am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie – zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) – von der präzisen Diagnose über eine individuell abgestimmte Therapie bis zur Nachsorge. Patienten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem gesamten norddeutschen Raum finden hier spezialisierte Expertise unter einem Dach.

Bauchspeicheldrüsenkrebs – Was steckt hinter der Erkrankung?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt tief im Bauchraum, hinter dem Magen. Sie erfüllt lebenswichtige Aufgaben: Sie produziert Verdauungsenzyme und reguliert über Hormone wie Insulin den Blutzuckerspiegel. Genau diese verborgene Lage ist einer der Gründe, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs oft spät entdeckt wird.

Die meisten Bauchspeicheldrüsenkarzinome entstehen aus den Zellen der Ausführungsgänge der Drüse (sogenannte duktale Adenokarzinome). Die Ursachen für ihre Entstehung sind bislang nicht vollständig geklärt. Als gesicherte Risikofaktoren gelten Rauchen, starkes Übergewicht (Adipositas), Typ-2-Diabetes und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Auch eine familiäre Häufung ist bekannt: Wer zwei oder mehr betroffene Verwandte ersten Grades hat, trägt ein deutlich erhöhtes Risiko.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 76, für Männer bei 72 Jahren. Das Pankreaskarzinom ist in Deutschland die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache – umso wichtiger ist eine schnelle, präzise Diagnose und eine spezialisierte Behandlung.

Mögliche Warnsignale bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht im Frühstadium oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Da die Symptome häufig auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, ist ärztliche Abklärung entscheidend. Folgende Beschwerden sollten ernst genommen werden:

  • Anhaltende Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust und ausgeprägte Abgeschlagenheit
  • Gelbsucht (Ikterus) – Gelbfärbung von Haut und Augen
  • Neu aufgetretene Zuckerkrankheit (Diabetes) ohne andere Erklärung
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Verdauungsstörungen oder Fettstuhl

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Zeichen bemerken, zögern Sie nicht, ärztlichen Rat zu suchen. Frühzeitig erkannt, verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten erheblich.

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs – Präzise, individuell, interdisziplinär

Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom ist eine rasche und sorgfältige Diagnostik entscheidend. Da viele Veränderungen der Bauchspeicheldrüse – etwa Entzündungen, Zysten oder neuroendokrine Tumoren – ähnliche Beschwerden hervorrufen können, ist eine genaue Differenzierung unerlässlich.

Unsere Diagnostik umfasst je nach Befund:

  • Ultraschall des Bauchraums als erste orientierende Untersuchung
  • Kontrastverstärkter Ultraschall (CEUS) zur präzisen Gewebecharakterisierung
  • Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT/MRCP) zur Ausbreitungsdiagnostik und Operationsplanung
  • Endosonografie (endoskopischer Ultraschall) – besonders wertvoll zur genauen Lagebestimmung und für die gezielte Entnahme einer Gewebeprobe (Feinnadelbiopsie)
  • ERCP (endoskopische Untersuchung der Gallenwege) bei Bedarf mit Möglichkeit zur Einlage eines Gallenwegs-Stents

Alle Befunde werden in unserer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz unter Beteiligung von Chirurgen, Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Radiologen besprochen. Das Ergebnis ist ein individuell auf Sie abgestimmter Behandlungsplan.

Angebot für Ärzte

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Patienten in unserer Tumorkonferenz vorzustellen. Hier werden maßgeschneiderte Behandlungspläne erarbeitet, um die bestmögliche Therapieempfehlung zu geben.

Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs – Vom Frühstadium bis zur komplexen Erkrankung

Unser Behandlungskonzept richtet sich nach Ihrem individuellen Befund, dem Tumorstadium, dem Allgemeinzustand und Ihrer persönlichen Situation. Das Spektrum reicht von der Operation mit Heilungsabsicht bis zur palliativen Begleitung:

Chirurgische Behandlung

Die vollständige operative Entfernung des Tumors ist – soweit möglich – die einzige Therapie mit kurativem Ansatz. Je nach Tumorlage kommen unterschiedliche Eingriffe zum Einsatz:

  • Pankreaskopfresektion (Operation nach Kausch-Whipple): Bei Tumoren im Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse – ein aufwändiger, aber potenziell heilender Eingriff, der höchste chirurgische Expertise erfordert.
  • Distale Pankreatektomie: Bei Tumoren im Körper oder Schwanz der Bauchspeicheldrüse.
  • Totale Pankreatektomie: Bei ausgedehnten Befunden, die die gesamte Drüse betreffen.

Unsere Chirurgische Klinik verfügt über langjährige Erfahrung in der Pankreaschirurgie und führt diese komplexen Eingriffe sowohl offen als auch, wo möglich, minimal-invasiv/robotisch assistiert durch.

Neoadjuvante und adjuvante Chemotherapie

Beim Pankreaskarzinom spielt die Chemotherapie eine zunehmende Rolle – vor und nach der Operation. Bei lokal fortgeschrittenen oder „grenzwertig resektablen” Tumoren kann eine voroperative (neoadjuvante) Chemotherapie – zum Beispiel mit dem FOLFIRINOX-Schema – den Tumor verkleinern und eine spätere Operation erst ermöglichen. Nach erfolgreicher Resektion reduziert eine adjuvante Chemotherapie das Rückfallrisiko deutlich.

Endoskopische Behandlung und Gallenwegs-Entlastung

Wenn ein Tumor, der nicht durch Operation entfernt werden kann, die Gallenwege verengt und zu Gelbsucht führt, kann der Gangverschluss durch die endoskopische Einlage eines Stents (Stütze aus Metallgeflecht) behoben werden – ohne Operation. Verlegt der Tumor die Nahrungspassage durch den Zwölffingerdarm kann ebenfalls endoskopisch eine direkte Verbindung vom Magen zum Dünndarm geschaffen werden, die eine normale Ernährung ermöglicht.

Ernährungsmedizinische Begleitung

Da die Bauchspeicheldrüse eine Schlüsselrolle bei der Verdauung spielt, ist eine spezialisierte Ernährungsmedizin integraler Bestandteil unseres Behandlungskonzepts – sowohl während als auch nach der Therapie. Patienten mit gutem Ernährungszustand haben eine Überlebensvorteil.

Ganzheitliche Begleitung

Eine Krebserkrankung betrifft den ganzen Menschen. Deshalb lindern wir Ihre durch einen Pankreastumor und/oder dessen Behandlung ausgelösten Beschwerden mit unterstützenden Maßnahmen:

Nachsorge nach Bauchspeicheldrüsenkrebs – langfristig gut begleitet

Eine strukturierte Nachsorge ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) und die langfristige Lebensqualität. Im Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie auch nach abgeschlossener Behandlung:

  • Leitlinienorientierte ambulante Nachsorge mit Empfehlungen zu körperlichen Untersuchungen, Anamnese und Prüfung des Ernährungszustandes
  • Persönliche Begleitung und Unterstützung durch unsere onkologischen Pflegeexpertinnen – Ihre zentralen Ansprechpartnerinnen von der Diagnosestellung bis zum Abschluss des fünfjährigen Nachsorgezeitraums
  • Beratung bei Metastasen oder Rezidiv – auch nach ambulanter Erstversorgung andernorts
  • Anbindung an Selbsthilfeangebote und psychosoziale Unterstützung

Warum ein zertifiziertes Pankreaskrebszentrum? – Qualität, die messbar ist

Das Pankreaskrebszentrum am Israelitischen Krankenhause in Hamburg ist seit Juni 2021 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) über OnkoZert zertifiziert. Bei jedem Audit werden nicht nur Fallzahlen geprüft, sondern auch die Qualitätsstandards aller Behandlungsschritte – von der Diagnose bis zur Nachsorge.

Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Studie (WiZen) zeigt: Patienten in zertifizierten onkologischen Zentren haben deutlich bessere Überlebenschancen als in nicht-zertifizierten Einrichtungen. Unser Behandlungskonzept folgt konsequent den aktuellen, evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Gerade beim Pankreaskarzinom – einer Erkrankung, die höchste chirurgische und onkologische Erfahrung erfordert – macht die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum einen nachweisbaren Unterschied.

Weiterführende Informationen:

Tumorsprechstunde und Zweitmeinung (TOUCH)

In unserer Tumor- und Zweitmeinungssprechstunde (TOUCH – Tumor Chirurgie und Organisiation) nehmen wir uns in einem geschützten, freundlichen Umfeld bewusst Zeit für Ihre Fragen und Sorgen. Ob Sie eine Erstdiagnose erhalten haben oder eine zweite Meinung suchen: Wir sind für Sie da. TOUCH steht Ihnen auch offen, wenn Sie bereits andernorts behandelt werden und eine Einschätzung des weiteren Vorgehens wünschen.

Kontakt Pankreaskrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Häufige Fragen zum Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum (FAQ)

Eine Heilung ist möglich – vor allem dann, wenn der Tumor operativ vollständig entfernt werden kann. Das gelingt leider nicht in allen Fällen, da die Erkrankung im Frühstadium oft keine Beschwerden verursacht. Auch bei fortgeschrittenen Befunden bestehen in vielen Fällen realistische Behandlungsoptionen, die das Leben verlängern und die Lebensqualität erhalten.

Die Bauchspeicheldrüse liegt tief im Bauchraum und verursacht im Frühstadium kaum Beschwerden. Viele Tumoren werden daher erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Zudem erfordert die Pankreaschirurgie höchste Spezialisierung. Genau deshalb ist die Behandlung in einem zertifizierten Zentrum mit hoher Fallzahl so wichtig.

Ja, und wir begrüßen das ausdrücklich. Unsere TOUCH-Sprechstunde steht auch für Zweitmeinungen offen – ohne Überweisung, mit ausreichend Zeit für Ihre Fragen. Bringen Sie Ihre Befunde und Vorbefunde mit.

Selbstverständlich steht das Pankreaskrebszentrum des Israelitischen Krankenhauses allen Patienten offen, unabhängig von ihrem Wohnort.

Nach dem ersten Kontakt (persönlich, telefonisch oder über die Online-Terminbuchung) erfolgt eine umfassende Diagnostik. Anschließend wird Ihr Fall in der wöchentlichen Tumorkonferenz besprochen und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Vom ersten Tag der stationären Behandlung begleitet Sie unsere Zentrumsassistentin persönlich.

Ja. In der Tumorkonferenz prüfen wir für jeden Patienten individuell, ob eine Teilnahme an einer Therapiestudie infrage kommt – in Kooperation mit dem Norddeutschen Studienzentrum für Innovative Onkologie.

Mehr über unser Viszeralonkologisches Zentrum erfahren Sie hier.