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Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg – Zertifizierte Behandlung bei Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) gehört zu den medizinisch anspruchsvollen Krebserkrankungen – und zu jenen, bei denen Frühdiagnose und spezialisierte Expertise den entscheidenden Unterschied machen. Jährlich erkranken in Deutschland rund 7.700 Menschen daran, Männer dreimal häufiger als Frauen. Eine Diagnose, die Fragen aufwirft und Orientierung erfordert.

Am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie – zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) – von der präzisen Diagnose über eine individuell abgestimmte Therapie bis zur Nachsorge. Patienten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem gesamten norddeutschen Raum finden hier spezialisierte Expertise unter einem Dach.

Speiseröhrenkrebs – Was steckt hinter der Erkrankung?

Die Speiseröhre ist der Muskelschlauch, der Mund und Magen verbindet. Krebserkrankungen der Speiseröhre gehen von der inneren Schleimhautauskleidung aus und können in Lymphknoten sowie weitere Organe – etwa die Leber – streuen. Die medizinische Fachwelt unterscheidet dabei zwei grundlegende Formen, die sich in ihrer Entstehung, ihrer Lage und ihrer Behandlung wesentlich unterscheiden:

  • Plattenepithelkarzinom: Entsteht aus den Oberflächendeckzellen, die die gesamte Speiseröhre auskleiden. Rauchen und Alkohol – besonders in Kombination – sind die wichtigsten Risikofaktoren. Etwa 75 Prozent der Betroffenen mit dieser Form trinken verstärkt Alkohol und rauchen.
  • Adenokarzinom: Geht aus drüsigen Zellen im unteren Abschnitt der Speiseröhre hervor. Hauptrisikofaktor ist chronischer saurer Rückfluss aus dem Magen (Refluxkrankheit), insbesondere wenn dieser zur Entwicklung einer sogenannten Barrettschleimhaut geführt hat. Adenokarzinome haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und machen heute fast die Hälfte aller Speiseröhrenkarzinome aus.

Diese Unterscheidung ist für die Wahl der bestmöglichen Behandlung von zentraler Bedeutung. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 68, für Frauen bei 72 Jahren.

Diagnose von Speiseröhrenkrebs – Präzise, individuell, interdisziplinär

Die Diagnose wird durch eine Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagoskopie/Gastroskopie) mit feingeweblicher Untersuchung der dabei entnommenen Gewebeproben gestellt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und erfolgt in der Regel unter Sedierung. Leider wird nur etwa jeder dritte Tumor noch in einem frühen Stadium entdeckt – umso wichtiger ist eine rasche Abklärung bei ersten Verdachtsmomenten.

Nach Diagnosestellung sind weitere Untersuchungen zur optimierten Therapieplanung notwendig. Am Israelitischen Krankenhaus erfolgen diese mit langjähriger Erfahrung, umfassender Fachkenntnis und modernster Ausstattung:

  • Endosonografie: Ein besonders präzises Ultraschallverfahren, bei dem eine Spezialsonde über die Speiseröhre eingeführt wird. Gerade bei frühen Tumoren ist dieses Verfahren therapieentscheidend, da es die genaue Eindringtiefe des Tumors in die Speiseröhrenwand bestimmt.
  • Ultraschall des Bauchraums zur Beurteilung von Leber und Lymphknoten
  • Computertomografie (CT) des Brust- und Bauchraums zur Ausbreitungsdiagnostik und Operationsplanung

Alle Befunde werden in unserer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz unter Beteiligung von Chirurgen, Onkologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Radiologen besprochen. Das Ergebnis ist eine individuell auf Sie abgestimmte Behandlungsempfehlung, die den aktuellen Leitlinien entspricht und Ihre persönliche Situation einbezieht.

Angebot für Ärzte

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Patienten in unserer Tumorkonferenz vorzustellen. Hier werden maßgeschneiderte Behandlungspläne erarbeitet, um die bestmögliche Therapieempfehlung zu geben.

Behandlung von Speiseröhrenkrebs – Vom Frühstadium bis zur komplexen Erkrankung

Unser Behandlungskonzept richtet sich nach der Art des Tumors (Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom), dem genauen Stadium, dem Allgemeinzustand und Ihrer persönlichen Situation. Das Spektrum reicht vom schonenden endoskopischen Eingriff bis zur komplexen multimodalen Therapie:

Endoskopische Behandlung (Frühstadium)

Kleine, noch nicht in die Umgebung einwachsende Tumoren können wir im Rahmen eines endoskopischen Eingriffs vollständig und dauerhaft entfernen – unter Erhalt der Speiseröhre, ohne offene Operation. Das Israelitische Krankenhaus verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung mit diesen modernen Verfahren:

  • Mukosektomie (EMR): Abtragen des veränderten Schleimhautabschnitts mithilfe einer Elektroschlinge.
  • Submukosadissektion (ESD): Verändertes Gewebe wird mit einer Flüssigkeit unterspritzt und mit endoskopischen Messern vollständig aus dem Unterhautgewebe herausgeschält – auch bei größeren oder flächigen Frühbefunden.

Chirurgische Behandlung

Bei Tumoren, die auf die Speiseröhre beschränkt sind, aber nicht mehr endoskopisch entfernt werden können, erfolgt die vollständige operative Entfernung der Speiseröhre. Als Ersatz wird der verlängerte Magen hochgezogen und mit dem verbleibenden Speiseröhrenabschnitt verbunden. Die Operationsergebnisse unserer Chirurgischen Klinik sind nicht nur auf Hamburg bezogen führend.

Als eine der wenigen Kliniken in Deutschland führen wir diesen aufwändigen Eingriff auch in minimalinvasiver Technik durch – mit sehr kurzen Hautschnitten und feinsten Spezialinstrumenten, was die Belastung für die Patienten deutlich reduziert.

Neoadjuvante Therapie (Chemo- und Strahlentherapie vor der Operation)

Bei Tumoren, die in die Umgebung eingewachsen sind oder die umliegenden Lymphknoten befallen haben, wird die Behandlung durch eine voroperative Therapie deutlich erfolgreicher. Je nach Tumortyp setzen wir dabei ein:

  • Perioperative Chemotherapie: Vor und nach der Operation, vor allem bei Adenokarzinomen.
  • Kombinierte Radiochemotherapie (Chemo + Bestrahlung): Besonders beim Plattenepithelkarzinom, um den Tumor vor der Operation zu verkleinern und eine vollständigere Entfernung zu ermöglichen. In ausgewählten Situationen kann auch eine alleinige Radiochemotherapie ausreichend sein.

Palliative Behandlung und Lebensqualität

Selbst wenn ein Tumor bereits weiter fortgeschritten ist oder eine Operation aufgrund anderer Erkrankungen zu belastend wäre, können wir individuelle, entlastende Therapien anbieten:

  • Ösophagus-Stent: Einlage einer Metallgeflechtstütze über eine Spiegelung, um eine durch den Tumor verursachte Engstelle zu überbrücken und die selbstständige Nahrungsaufnahme zu erhalten.
  • Chemo- und Strahlentherapie zur Eindämmung des Tumors und Verbesserung der Lebensqualität.

Tumorpatienten des Israelitischen Krankenhauses profitieren dabei von unserer engen Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut INDIVUMED.

Ganzheitliche Begleitung

Eine Krebserkrankung betrifft den ganzen Menschen. Deshalb lindern wir Ihre durch einen Ösophaguskarzinom und/oder dessen Behandlung ausgelösten Beschwerden mit unterstützenden Maßnahmen:

Nachsorge nach Speiseröhrenkrebs – langfristig gut begleitet

Eine strukturierte Nachsorge ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) und die langfristige Lebensqualität. Im Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie auch nach abgeschlossener Behandlung:

  • Leitlinienorientierten ambulante Nachsorge mit Empfehlungen zu körperlichen Untersuchungen, Anamnese, Blutbild, Ernährungsstatus, bildgebenden Verfahren und Endoskopie
  • Persönliche Begleitung und Unterstützung durch unsere onkologische Pflegeexpertinnen – Ihre zentrale Ansprechpartnerinnen von der Diagnosestellung bis zum Abschluss des fünfjährigen Nachsorgezeitraums
  • Anbindung an Selbsthilfeangebote und psychosoziale Unterstützung

Warum ein zertifiziertes Speiseröhrenkrebszentrum? – Qualität, die messbar ist

Das Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg ist seit Juni 2022 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) über OnkoZert zertifiziert. Bei jedem Audit werden nicht nur Fallzahlen geprüft, sondern auch die Qualitätsstandards aller Behandlungsschritte – von der Diagnose bis zur Nachsorge.

Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Studie (WiZen) zeigt: Patienten in zertifizierten onkologischen Zentren haben deutlich bessere Überlebenschancen als in nicht-zertifizierten Einrichtungen. Unser Behandlungskonzept folgt konsequent den aktuellen, evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Gerade beim Ösophaguskarzinom – einer Erkrankung, die hochspezialisierte Endoskopie, komplexe Thoraxchirurgie und multimodale Therapieplanung erfordert – macht die Konzentration auf ein erfahrenes Zentrum einen nachweisbaren Unterschied.

Weiterführende Informationen:

Tumorsprechstunde und Zweitmeinung (TOUCH)

In unserer Tumor- und Zweitmeinungssprechstunde (TOUCH – Tumor Chirurgie und Organisiation) nehmen wir uns in einem geschützten, freundlichen Umfeld bewusst Zeit für Ihre Fragen und Sorgen. Ob Sie eine Erstdiagnose erhalten haben oder eine zweite Meinung suchen: Wir sind für Sie da. TOUCH steht Ihnen auch offen, wenn Sie bereits andernorts behandelt werden und eine Einschätzung des weiteren Vorgehens wünschen.

Kontakt Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Häufige Fragen zum Speiseröhrenkrebszentrum (FAQ)

Ja – besonders wenn er früh erkannt wird. Im Frühstadium liegt die Heilungsrate bei 80 bis 90 Prozent, und der Tumor kann häufig endoskopisch entfernt werden, ohne dass eine Operation notwendig ist. Auch bei fortgeschrittenen Befunden bestehen durch die Kombination aus Chemo-, Strahlentherapie und Operation realistische Behandlungschancen.

Beide sind Formen des Speiseröhrenkrebses, unterscheiden sich aber in ihrer Entstehung und ihrer bevorzugten Lage: Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus den Oberflächendeckzellen der gesamten Speiseröhre und ist stark mit Rauchen und Alkohol verbunden. Das Adenokarzinom entwickelt sich im unteren Drittel der Speiseröhre, meist auf dem Boden einer chronischen Refluxkrankheit und einer daraus entstandenen Barrettschleimhaut. Diese Unterscheidung beeinflusst maßgeblich die Wahl der Therapie.

Bei einer Barrettschleimhaut hat sich die normale Schleimhaut der Speiseröhre infolge von chronischem saurem Rückfluss in einen anderen Zelltyp umgewandelt. Dieses Gewebe gilt als Krebsvorstufe für das Adenokarzinom der Speiseröhre. Menschen mit bekannter Barrettschleimhaut sollten regelmäßig endoskopisch kontrolliert werden.

Ja, und wir begrüßen das ausdrücklich. Unsere TOUCH-Sprechstunde steht auch für Zweitmeinungen offen – ohne Überweisung, mit ausreichend Zeit für Ihre Fragen.

Selbstverständlich steht das Speiseröhrenkrebszentrum des Israelitischen Krankenhauses allen Patienten offen, unabhängig von ihrem Wohnort.

Nach dem ersten Kontakt (persönlich, telefonisch oder über die Online-Terminbuchung) erfolgt eine umfassende Diagnostik. Anschließend wird Ihr Fall in der wöchentlichen Tumorkonferenz besprochen und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Vom ersten Tag der stationären Behandlung begleitet Sie unsere Zentrumsassistentin persönlich.

Ja. In der Tumorkonferenz prüfen wir für jeden Patienten individuell, ob eine Teilnahme an einer Therapiestudie infrage kommt – in Kooperation mit dem Norddeutschen Studienzentrum für Innovative Onkologie.

Mehr über unser Viszeralonkologisches Zentrum erfahren Sie hier.