040 51125-0 info@ik-h.de

Magenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Magenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg – Zertifizierte Behandlung bei Magenkrebs

Magenkrebs (Magenkarzinom) gehört zu den medizinisch anspruchsvollen Krebserkrankungen – und zu jenen, bei denen frühzeitige Erkennung den entscheidenden Unterschied macht. Jährlich erhalten in Deutschland rund 14.500 Menschen diese Diagnose. Eine Nachricht, die Fragen aufwirft und Orientierung benötigt.

Am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie – zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) – von der präzisen Diagnose über eine individuell abgestimmte Therapie bis zur Nachsorge. Patienten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem gesamten norddeutschen Raum finden hier spezialisierte Expertise unter einem Dach.

Magenkrebs – Was steckt hinter der Erkrankung?

Magenkrebs entsteht aus entarteten Zellen der Magenschleimhaut. In mehr als 90 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um sogenannte Adenokarzinome – Tumoren, die aus dem drüsenbildenden Gewebe der Magenschleimhaut hervorgehen. Die Erkrankung tritt vorwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf; Männer erkranken im Mittel mit 71, Frauen mit 74 Jahren.

Magenkrebs ist in Deutschland heute die zehnthäufigste Krebserkrankung. Die Neuerkrankungsraten sind seit Jahrzehnten rückläufig – dennoch versterben jährlich noch rund 8.500 Menschen an dieser Erkrankung. Ein wesentlicher Grund: Magenkrebs verursacht im Frühstadium oft keine eindeutigen Beschwerden, sodass er häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Umso wichtiger ist es, Risikosignale zu kennen und frühzeitig ärztliche Abklärung zu suchen

Mögliche Warnsignale bei Magenkrebs

Die klinischen Zeichen eines Magenkarzinoms sind häufig unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Folgende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • Übelkeit, Erbrechen oder Schluckbeschwerden
  • Anhaltender Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch
  • Ausgeprägte Abgeschlagenheit und Schwäche
  • Appetitlosigkeit, die länger als zwei Wochen anhält
  • Blut im Stuhl oder schwärzliche Verfärbung des Stuhls

Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn Magenkrebs bereits in der Familie aufgetreten ist – das Erkrankungsrisiko ist in diesem Fall erhöht.

Risikofaktoren für Magenkrebs

Mehrere Faktoren können die Entstehung eines Magenkarzinoms begünstigen:

  • Helicobacter-pylori-Infektion: Das wichtigste bekannte Risiko – eine chronische Besiedelung der Magenschleimhaut mit diesem Bakterium erhöht das Erkrankungsrisiko um das Fünf- bis Sechsfache.
  • Chronische Magenschleimhautentzündung mit Rückgang der Funktionszellen (Atrophie)
  • Ernährungsgewohnheiten: Häufiger Verzehr von gepökeltem oder geräuchertem Fleisch sowie nitratreiche Kost
  • Mangel an Vitamin A und C
  • Rauchen und starker Alkoholkonsum
  • Familiäre Vorbelastung und bestimmte erbliche Syndrome (z. B. Lynch-Syndrom, HDGC)

Behandlung von Magenkrebs – Vom Frühstadium bis zur komplexen Erkrankung

Unser Behandlungskonzept richtet sich nach Ihrem individuellen Befund, dem Tumorstadium, dem Allgemeinzustand und Ihrer persönlichen Situation. Das Spektrum reicht vom schonenden endoskopischen Eingriff bis zur komplexen onkologischen Kombinationstherapie:

Endoskopische Behandlung (Frühstadium)

Wenn die Erkrankung in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, können unsere endoskopischen Spezialisten den Tumor in vielen Fällen vollständig und ohne offene Operation entfernen. Das Israelitische Krankenhaus verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung mit diesen Methoden:

  • Mukosektomie (EMR): Abtragen eines auffälligen Schleimhautabschnitts mithilfe einer Elektroschlinge.
  • Submukosadissektion (ESD): Verändertes Gewebe wird mit einer Flüssigkeit unterspritzt und anschließend vollständig aus dem Unterhautgewebe abgehoben und entfernt – besonders geeignet für flächige oder größere Frühbefunde.

Beide Verfahren sind besonders schonend und bieten bei geeigneten Befunden sehr gute Heilungsaussichten.

Chirurgische Behandlung

Ist die Erkrankung fortgeschrittener, aber noch auf den Magen begrenzt, werden der tumortragende Magenanteil (oder der gesamte Magen) sowie die zugehörigen Lymphknoten operativ entfernt. Unsere Chirurgische Klinik zählt zu den größten und erfahrensten Fachabteilungen Deutschlands für diesen Bereich. Die Heilungsergebnisse liegen 30 bis 40 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

Neoadjuvante Chemotherapie und Operation

Bei Tumoren, die bereits die Organgrenzen überschreiten oder Lymphknoten befallen haben, empfehlen wir zunächst eine Chemotherapie zur Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie), um den Tumor zu verkleinern und die Operierbarkeit zu verbessern. Im Anschluss folgt die chirurgische Entfernung. Auch in dieser Situation wird die Qualität des chirurgischen Eingriffs maßgeblich durch die Erfahrung der operierenden Klinik bestimmt.

Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung

Hat der Tumor bereits weitere Organe befallen oder Metastasen gebildet, stehen heute wirksame und verträgliche medikamentöse Therapien zur Verfügung – darunter klassische Chemotherapien, zielgerichtete Antikörpertherapien (z. B. bei HER2-positiven Tumoren) sowie in ausgewählten Fällen auch operative Maßnahmen. Das individuell sinnvollste Vorgehen wird in unserer Tumorkonferenz abgestimmt.

Palliative Behandlung

Wenn Heilung nicht mehr das vorrangige Ziel sein kann, steht die Lebensqualität im Mittelpunkt. Unser Palliativteam begleitet Sie mit medikamentösen und lindernden Maßnahmen einfühlsam und engmaschig. Endoskopische Verfahren – etwa zur Behandlung von Engstellen im Magen-Darm-Trakt – können ergänzend eingesetzt werden.

Ganzheitliche Begleitung

Eine Krebserkrankung betrifft den ganzen Menschen. Deshalb lindern wir Ihre durch einen Magenkarzinom und/oder dessen Behandlung ausgelösten Beschwerden mit unterstützenden Maßnahmen:

Nachsorge nach Magenkrebs – langfristig gut begleitet

Eine strukturierte Nachsorge ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) und die langfristige Lebensqualität. Im Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie auch nach abgeschlossener

Behandlung:

  • Leitlinienorientierte ambulante Nachsorge mit Empfehlungen zu körperlichen Untersuchungen, Blutbild inkl. Tumormarker, Endoskopie, bildgebende Verfahren, Ernährungsstatus und Substitution von Vitamin B12
  • Persönliche Begleitung und Unterstützung durch unsere onkologischen Pflegeexpertinnen – Ihre zentralen Ansprechpartnerinnen von der Diagnosestellung bis zum Abschluss des fünfjährigen Nachsorgezeitraums
  • Beratung bei Metastasen oder Rezidiv – auch nach ambulanter Erstversorgung andernorts
  • Anbindung an Selbsthilfeangebote und psychosoziale Unterstützung

Warum ein zertifiziertes Magenkrebszentrum? – Qualität, die messbar ist

Das Magenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg ist seit Juni 2022 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) über OnkoZert zertifiziert. Bei jedem Audit werden nicht nur Fallzahlen geprüft, sondern auch die Qualitätsstandards aller Behandlungsschritte – von der Diagnose bis zur Nachsorge.

Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Studie (WiZen) zeigt: Patienten in zertifizierten onkologischen Zentren haben deutlich bessere Überlebenschancen als in nicht-zertifizierten Einrichtungen. Unser Behandlungskonzept folgt konsequent den aktuellen, evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Die überdurchschnittlichen Heilungsergebnisse unserer Chirurgischen Klinik – 30 bis 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – spiegeln wider, was in der Krebsmedizin gut belegt ist: Bei komplexen onkologischen Eingriffen macht die Erfahrung des Zentrums einen messbaren Unterschied.

Weiterführende Informationen:

Tumorsprechstunde und Zweitmeinung (TOUCH)

In unserer Tumor- und Zweitmeinungssprechstunde (TOUCH – Tumor Chirurgie und Organisiation) nehmen wir uns in einem geschützten, freundlichen Umfeld bewusst Zeit für Ihre Fragen und Sorgen. Ob Sie eine Erstdiagnose erhalten haben oder eine zweite Meinung suchen: Wir sind für Sie da. TOUCH steht Ihnen auch offen, wenn Sie bereits andernorts behandelt werden und eine Einschätzung des weiteren Vorgehens wünschen.

Kontakt Magenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Häufige Fragen zum Magenkrebszentrum (FAQ)

Ja – besonders wenn er früh erkannt wird. Im Frühstadium, wenn der Tumor noch auf die Schleimhaut begrenzt ist, sind die Heilungschancen durch endoskopische Eingriffe sehr gut. Auch bei fortgeschritteneren Stadien bestehen durch die Kombination aus Chemotherapie und Operation realistische Chancen auf Heilung oder langfristige Stabilisierung.

Eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist der wichtigste bekannte Risikofaktor für Magenkrebs. Sie kann eine Magenschleimhautentzündung auslösen, die über Jahre zu bösartigen Veränderungen führen kann. Eine Behandlung (Eradikation) dieser Infektion kann das Krebsrisiko nachweislich senken.

Ja, und wir begrüßen das ausdrücklich. Unsere TOUCH-Sprechstunde steht auch für Zweitmeinungen offen – ohne Überweisung, mit ausreichend Zeit für Ihre Fragen.

Selbstverständlich steht das Magenkrebszentrum des Israelitischen Krankenhauses allen Patienten offen, unabhängig von ihrem Wohnort.

Nach dem ersten Kontakt (persönlich, telefonisch oder über die Online-Terminbuchung) erfolgt eine umfassende Diagnostik. Anschließend wird Ihr Fall in der wöchentlichen Tumorkonferenz besprochen und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Vom ersten Tag der stationären Behandlung begleitet Sie unsere Zentrumsassistentin persönlich.

Ja. In der Tumorkonferenz prüfen wir für jeden Patienten individuell, ob eine Teilnahme an einer Therapiestudie infrage kommt – in Kooperation mit dem Norddeutschen Studienzentrum für Innovative Onkologie.

Mehr über unser Viszeralonkologisches Zentrum erfahren Sie hier.