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Analkarzinomzentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Analkarzinomzentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg – Zertifizierte Behandlung bei Krebs des Analkanals

Analkrebs (Analkarzinom) ist eine seltene, aber in Deutschland zunehmend häufiger auftretende Krebserkrankung – und eine, bei der die richtige Diagnose und spezialisierte Behandlung den Unterschied zwischen Heilung und unnötigen Eingriffen ausmacht. Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.100 Menschen daran. Eine Diagnose, die Fragen aufwirft und Orientierung benötigt.

Am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie – zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) – von der präzisen Diagnose über eine individuell abgestimmte Therapie bis zur Nachsorge. Patienten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem gesamten norddeutschen Raum finden hier spezialisierte Expertise unter einem Dach.

Analkrebs – Was steckt hinter der Erkrankung?

Ein Analkarzinom ist eine bösartige Neubildung des Plattenepithels – des Deckgewebes aus flachen, miteinander verbundenen Zellen – im Analkanal oder am Analrand. Anders als Darmkrebs (Adenokarzinom) ist das Analkarzinom in den meisten Fällen kein chirurgischer Fall: Die Standardbehandlung ist eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie, die zugleich auch die für diese Erkrankung typischen Lymphknotenabsiedlungen in der Leiste wirkungsvoll bekämpft.

In Deutschland lassen sich etwa 90 Prozent aller Analkarzinome auf eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) – insbesondere den Hochrisikotypen 16 und 18 – zurückführen (gleiches Virus, das auch Gebärmutterhalskrebs hervorruft). Die Erkrankung entwickelt sich dabei in der Regel über Jahre aus zunächst gutartigen Vorstufen. Die Inzidenz hat sich in den letzten drei Jahrzehnten deutlich erhöht.

Frauen erkranken etwa 1,6-mal häufiger als Männer, mit einem mittleren Erkrankungsalter von rund 65 Jahren. Bestimmte Personengruppen tragen ein erhöhtes Risiko, darunter HIV-positive Personen und Personen mit anderen HPV-bedingten Vorerkrankungen im Genital- oder Analbereich.

Mögliche Warnsignale bei Analkrebs

Das Analkarzinom verursacht gerade in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Folgende Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder Blutung aus dem After
  • Fremdkörpergefühl oder Druckgefühl im Analbereich
  • Schmerzen in der Analregion
  • Anhaltender Juckreiz
  • Probleme, den Stuhl zu halten (Stuhlinkontinenz)
  • Chronische, schlecht abheilende Veränderungen in der Analregion

Wichtig: Viele dieser Beschwerden können auch harmlose Ursachen haben – etwa Hämorrhoiden oder Analfissuren. Trotzdem gilt: Persistierende Beschwerden im Analbereich sollten immer ärztlich untersucht werden.

Risikofaktoren für das Analkarzinom

Die wichtigsten bekannten Risikofaktoren sind:

  • HPV-Infektion: Der mit Abstand bedeutsamste Risikofaktor – über 90 Prozent der Analkarzinome sind mit einer persistierenden HPV-Infektion assoziiert.
  • Rauchen: Erhöht das Erkrankungsrisiko zusätzlich.
  • Chronische Immunsuppression: Etwa nach einer Organtransplantation oder bei HIV-Infektion – HIV-positive Personen haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko.
  • HPV-bedingte Vorerkrankungen im Genital- oder Analbereich (z. B. Dysplasien der Gebärmutterhals, Vulva oder Vagina)

Vorbeugung durch HPV-Impfung: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Schutzimpfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Impfung schützt vor den häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen und kann damit das Risiko für ein Analkarzinom erheblich senken.

Diagnose von Analkrebs – Präzise, individuell, interdisziplinär

Um zu klären, ob Ihre Beschwerden auf ein Analkarzinom zurückgehen könnten, erfolgt zunächst eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie/Rektoskopie). Sollten dabei entnommene Gewebeproben den Tumorverdacht bestätigen, präzisieren wir die Diagnostik mit weiteren Untersuchungsverfahren, um die Ausdehnung der Erkrankung exakt zu bestimmen und die bestmögliche Behandlung zu planen:

  • Endosonografie: Kombination aus Ultraschall und Endoskopie (innerer Ultraschall) zur genauen Bestimmung der Tumorausdehnung in der Tiefe und der umliegenden Strukturen.
  • Kernspintomografie (MRT) des Beckens: Für eine präzise Beurteilung des Tumors, der Lymphknoten in der Leiste und der benachbarten Organe.
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums: Zur Beurteilung der Bauchlymphknoten und der Leber.
  • Röntgenuntersuchung der Lunge: Zum Ausschluss von Fernmetastasen.

Alle Befunde werden in unserer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen, an der Chirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Internisten und Radiologen gemeinsam teilnehmen. Das Ergebnis ist ein individuell auf Sie abgestimmter Behandlungsplan.

Angebot für Ärzte

Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Patienten in unserer Tumorkonferenz vorzustellen. Hier werden maßgeschneiderte Behandlungspläne erarbeitet, um die bestmögliche Therapieempfehlung zu geben.

Behandlung von Analkrebs – Hohe Heilungsraten ohne künstlichen Darmausgang

Das Analkarzinom unterscheidet sich in seiner Behandlung grundlegend von anderen Darmtumoren. Dank der hocheffizienten kombinierten Strahlen- und Chemotherapie kann in den meisten Fällen auf eine ausgedehnte Operation verzichtet werden – und damit auch auf einen dauerhaften künstlichen Darmausgang.

Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie (Radiochemotherapie)

Die kombinierte Radiochemotherapie ist die Standardbehandlung des Analkarzinoms und ermöglicht in den meisten Fällen eine vollständige Tumorvernichtung ohne Operation. Entscheidender Vorteil: Sie bekämpft gleichzeitig den Primärtumor im Analkanal und etwaige Lymphknotenabsiedlungen in der Leiste – einem für das Analkarzinom typischen Ausbreitungsweg. Neun von zehn Behandelten werden durch dieses Verfahren dauerhaft geheilt, ohne dass ein künstlicher Darmausgang erforderlich wird.

Mikrochirurgische Entfernung (bei sehr kleinen Tumoren)

Bei sehr kleinen Tumoren, die noch auf die oberflächliche Schleimhaut begrenzt sind, ist eine mikrochirurgische Entfernung des Tumorgewebes möglich. Ob diese Option infrage kommt, wird individuell in der Tumorkonferenz entschieden.

Palliative Behandlung

Wenn eine Heilung nicht mehr das vorrangige Ziel sein kann, steht die Lebensqualität im Mittelpunkt. Unser Palliativteam begleitet Sie mit medikamentösen und lindernden Maßnahmen einfühlsam und engmaschig.

Ganzheitliche Begleitung

Eine Krebserkrankung betrifft den ganzen Menschen. Deshalb lindern wir Ihre durch einen Magenkarzinom und/oder dessen Behandlung ausgelösten Beschwerden mit unterstützenden Maßnahmen:

Nachsorge nach Analkrebs – langfristig gut begleitet

Eine strukturierte Nachsorge ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) und die langfristige Lebensqualität. Im Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg begleiten wir Sie auch nach abgeschlossener Behandlung:

  • Leitlinienorientierte ambulante Nachsorge mit Empfehlungen zu körperlichen Untersuchungen, Blutbild, bildgebende Verfahren und Rektoskopie
  • Persönliche Begleitung und Unterstützung durch unsere onkologische Pflegeexpertinnen – Ihre zentrale Ansprechpartnerinnen von der Diagnosestellung bis zum Abschluss des fünfjährigen Nachsorgezeitraums
  • Beratung bei Rezidiv oder Metastasen – auch nach ambulanter Erstversorgung andernorts
  • Anbindung an Selbsthilfe und psychosoziale Unterstützung

Warum ein zertifiziertes Analkrebszentrum? – Qualität, die messbar ist

Das Speiseröhrenkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg ist seit Juni 2024 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) über OnkoZert zertifiziert. Bei jedem Audit werden nicht nur Fallzahlen geprüft, sondern auch die Qualitätsstandards aller Behandlungsschritte – von der Diagnose bis zur Nachsorge.

Aufgrund der relativen Seltenheit des Analkarzinoms besteht außerhalb spezialisierter Zentren oft wenig Erfahrung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Genau hier liegt die Stärke eines zertifizierten Zentrums: Die enge Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen in unserer Tumorkonferenz stellt sicher, dass Sie die für Ihre Situation optimal abgestimmte Behandlung erhalten.

Eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Studie (WiZen) zeigt: Patienten in zertifizierten onkologischen Zentren haben deutlich bessere Überlebenschancen als in nicht-zertifizierten Einrichtungen. Unser Behandlungskonzept folgt konsequent den aktuellen, evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Weiterführende Informationen:

Tumorsprechstunde und Zweitmeinung (TOUCH)

In unserer Tumor- und Zweitmeinungssprechstunde (TOUCH – Tumor Chirurgie und Organisation) nehmen wir uns in einem geschützten, freundlichen Umfeld bewusst Zeit für Ihre Fragen und Sorgen. Ob Sie eine Erstdiagnose erhalten haben oder eine zweite Meinung suchen: Wir sind für Sie da. TOUCH steht Ihnen auch offen, wenn Sie bereits andernorts behandelt werden und eine Einschätzung des weiteren Vorgehens wünschen.

Kontakt Analkrebszentrum am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg

Häufige Fragen zum Analkrebszentrum (FAQ)

Ja – und die Heilungsraten sind beim Analkarzinom erfreulich hoch. Neun von zehn Behandelten werden durch die kombinierte Strahlen- und Chemotherapie dauerhaft geheilt. Besonders günstig sind die Chancen, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und in einem spezialisierten Zentrum behandelt wird.

In den meisten Fällen nein. Genau darin liegt einer der entscheidenden Vorteile der Radiochemotherapie als Standardbehandlung des Analkarzinoms: Sie ermöglicht in der Regel die vollständige Tumorvernichtung, ohne dass ein dauerhafter künstlicher Darmausgang notwendig wird. Nur in bestimmten Ausnahmesituationen – etwa bei sehr fortgeschrittenen Tumoren oder wenn die Therapie nicht vollständig anspricht – kann ein Stoma erforderlich werden.

Beide sind Formen des Analkarzinoms, unterscheiden sich aber in ihrer genauen Lage: Das Analkanalkarzinom sitzt innerhalb des Analkanals, das Analrandkarzinom befindet sich im Bereich des äußeren Afters. Diese Unterscheidung beeinflusst die Therapieplanung – Analrandkarzinome sind in frühen Stadien unter Umständen auch operativ gut zugänglich.

Humane Papillomviren (HPV) können die Zellen der Analschleimhaut so verändern, dass sie sich über Jahre zu Krebsvorstufen und schließlich zu einem invasiven Tumor entwickeln. Da HPV zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen gehört und oft keine Symptome verursacht, bleibt die Infektion häufig unbemerkt. Eine HPV-Schutzimpfung im Kindes- und Jugendalter kann das Risiko einer solchen Infektion – und damit auch das Risiko für ein Analkarzinom – erheblich senken.

Ja, und wir begrüßen das ausdrücklich. Unsere TOUCH-Sprechstunde steht auch für Zweitmeinungen offen – ohne Überweisung, mit ausreichend Zeit für Ihre Fragen. Bringen Sie Ihre Befunde und Vorbefunde mit.

Selbstverständlich steht das Analkarzinom-Zentrum des Israelitischen Krankenhauses allen Patienten offen, unabhängig von ihrem Wohnort.

Nach dem ersten Kontakt (persönlich, telefonisch oder über die Online-Terminbuchung) erfolgt eine umfassende Diagnostik. Anschließend wird Ihr Fall in der wöchentlichen Tumorkonferenz besprochen und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Vom ersten Tag der stationären Behandlung begleitet Sie unsere Zentrumsassistentin persönlich.

Mehr über unser Viszeralonkologisches Zentrum erfahren Sie hier.