Hamburg, den 15.04.2025
Erstes interdisziplinäres ASV-Team zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen in Hamburg zugelassen
Neue Perspektiven für CED-Patient*innen im Norden. Das Israelitische Krankenhaus (IKH) hat als erstes Krankenhaus in Hamburg die Zulassung für ein interdisziplinäres Team im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) erhalten. Damit stärkt die Klinik ihre führende Rolle als Fachzentrum für CED über die Grenzen Hamburgs hinaus.
Die Diagnostik und Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gehören zu den klinischen Schwerpunkten am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg. Nun hat die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg dem interdisziplinären Team die ASV-Zulassung erteilt – ein Novum für die Hansestadt. „Die ASV-Zulassung ist für uns ein wichtiger Schritt, um Patient*innen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sektorenübergreifend zu versorgen“, erklärt Marcus Jahn, Geschäftsführer des Israelitischen Krankenhauses. „Durch die enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Spezialist*innen lässt sich die ambulante und stationäre Behandlung optimal verzahnen und der Krankheitsverlauf gezielter beeinflussen.“
Neue Wege in der CED-Versorgung
Warum dieser Schritt besonders wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Erkrankung selbst. Die CED zählt zu den chronischen Erkrankungen mit hohem Behandlungsbedarf. Ihre Ursachen sind multifaktoriell – genetische, immunologische und umweltbedingte Einflüsse greifen ineinander und eine Heilung ist bislang nicht möglich. Im Fokus steht daher eine angepasste Therapie, die sich am Krankheitsverlauf und den persönlichen Bedürfnissen orientiert. „Die Medizin hat in der Behandlung von CED große Fortschritte erzielt. Die ASV bietet optimale Bedingungen, damit Patient*innen frühzeitig von modernen Therapien profitieren und akute Schübe effektiv kontrolliert werden können“, so Dr. Philipp Arning, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am IKH.
Erweiterte Versorgung durch interdisziplinäres Team
Im ASV-Kernteam arbeiten Gastroenterolog*innen und Viszeralchirurg*innen des Israelitischen Krankenhauses eng mit dem Ernährungsteam, dem Sozialdienst und Psycholog*innen der Klinik zusammen. Ergänzt wird das interdisziplinäre Team durch niedergelassene Gastroenterolog*innen, wie etwa Dr. med. Matthias Kahl: „Gemeinsame Fallkonferenzen tragen maßgeblich zu einer verbesserten Versorgung unserer Patient*innen bei. Durch den interdisziplinären Austausch zu komplexen Fällen lassen sich individuelle Behandlungspläne entwickeln, die gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse der Patient*innen eingehen“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Weitere Kooperationspartner*innen sind die Spezialist*innen aus dem MVZ bauchforum sowie Kolleg*innen der Fachrichtungen Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Radiologie, Pathologie, Labormedizin, Psychologie, Urologie und Rheumatologie.
Startschuss für verbesserte Anschlussversorgung am IKH
Mit der Gründung des ASV-CED Teams schafft das Israelitische Krankenhaus eine umfassende Versorgungsstruktur. Angeboten werden gastroenterologische, chirurgische sowie interdisziplinäre Sprechstunden, die auf eine abgestimmte vollumfängliche Behandlung abzielen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Anschlussversorgung: Viele stationär behandelte CED-Patient*innen erhalten ambulant keine kurzfristigen Termine. Die neue Struktur setzt genau hier an.
Foto: Dr. Philipp Arning, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am IKH
