Besuch von Dagmar Berghoff in der Endoskopie

Ein neuer Kontrastmittelinjektor ermöglicht moderne Eingriffe bei schwerer Lebererkrankung
Herzlicher Dank für eine wertvolle Unterstützung
Unser Förderverein konnte die Thekla-Edith Borchers Stiftung für dieses Spendenprojekt gewinnen. Dank der großzügigen Unterstützung konnte das IKH einen modernen Kontrastmittelinjektor für die endoskopisch-interventionelle Abteilung anschaffen. Dieses Gerät ist weit mehr als ein technisches Hilfsmittel – es steht im Dienst von Menschen in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens.
Wenn die Leber unter Druck gerät
Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose – einer schweren Vernarbung des Lebergewebes – staut sich das Blut in den Gefäßen der Leber. Dieser gesteigerte Druck kann lebensbedrohliche Folgen haben: Innere Krampfadern, sogenannte Varizen, können reißen und zu massiven inneren Blutungen führen. Auch Bauchwasser, das sich in großen Mengen ansammelt, ist eine häufige und belastende Komplikation. Beide Situationen sind medizinische Notfälle und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.
Was ist ein TIPS – und wie hilft er?
Die Abkürzung TIPS steht für Transjugulärer Portosystemischer Shunt. Dabei legen unsere Spezialisten über die Halsvene einen kleinen künstlichen Verbindungskanal innerhalb der Leber an. Dieser Kanal leitet einen Teil des angestauten Blutes an der überlasteten Leber vorbei – ähnlich wie ein Umgehungskanal im Straßenverkehr den Stau umfährt. So sinkt der gefährliche Druck in den Lebervenen, innere Blutungen können verhindert werden und Bauchwasser bildet sich oft deutlich zurück.
Das Verfahren ist minimalinvasiv: Es wird kein großer chirurgischer Eingriff nötig, sondern alles geschieht durch einen kleinen Zugang über die Vene. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet ein TIPS eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität – manchmal rettet er sogar das Leben.
Das IKH schließt eine Versorgungslücke in Hamburg
Bisher wurde das TIPS-Verfahren in Hamburg nur am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und am Marienkrankenhaus durchgeführt. Das reichte für den Bedarf in der wachsenden Stadt nicht aus – viele schwerkranke Patientinnen und Patienten mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen.
Seit 2025 bietet das Israelitische Krankenhaus dieses lebensverändernde Verfahren ebenfalls an. Damit hat Hamburg ein drittes Zentrum für TIPS-Eingriffe gewonnen – und zahlreichen Menschen konnte bereits geholfen werden.
Was der neue Kontrastmittelinjektor bewirkt
Während eines TIPS-Eingriffs müssen die Blutgefäße in der Leber präzise sichtbar gemacht werden – mit einem speziellen Kontrastmittel, das unter Röntgendurchleuchtung die Gefäße sichtbar macht. Bisher wurde dieses Kontrastmittel von Hand eingespritzt. Das neue Gerät übernimmt diese Aufgabe vollautomatisch: Es dosiert das Kontrastmittel exakt, gibt es zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge ab.
Das klingt nach einem kleinen technischen Detail – ist aber ein großer Schritt: Die Sicherheit für die Patientinnen und Patienten steigt, die Bildqualität verbessert sich, und unser interventionelles Team kann sich vollständig auf die entscheidenden Schritte des Eingriffs konzentrieren.
Gemeinsam für unsere Patientinnen und Patienten
Solche Anschaffungen sind aus dem laufenden Klinikbudget oft schwer zu finanzieren – umso bedeutsamer ist das Engagement unserer Förderstiftung. Sie ermöglicht uns, auf dem neuesten Stand der Medizintechnik zu bleiben und unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten.
April 2026