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Tumore der Speiseröhre

Speiseröhrenkrebs

Das Ösophaguskarzinom ist eine Krebserkrankung der Speiseröhre, die von der Schleimhaut (innere Auskleidung) ausgeht und in Lymphknoten und weitere Organe, etwa die Leber, streuen kann. Die Fachwelt unterscheidet zwei Formen von Speiseröhrenkrebs:

  • Plattenepithelkarzinom (Krebserkrankung der ortsständigen Oberflächendeckzellen). Rauchen und Alkohol erhöhen das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom
  • Adenokarzinom (Krebserkrankung, die aus eingewanderten, eher drüsigen Zellen hervorgeht). Saurer Reflux aus dem Magen erhöht das Risiko für ein Adenokarzinom, insbesondere wenn dieser Reflux zur Entwicklung einer Barrettschleimhaut geführt hat

Diese Unterscheidung ist für die Auswahl der bestmöglichen Behandlung wichtig.

Schluckstörungen können erste Anzeichen für Speiseröhrenkrebs sein. Die Speise rutscht dann nicht mehr wie gewohnt in den Magen. Sie bleibt stecken, weil krankhaft wucherndes Gewebe (Tumor) die Passage verengt.

Die Diagnose wird durch eine Spiegelung der Speiseröhre mit feingeweblicher Untersuchung dabei entnommener Gewebeproben gestellt. Die Spiegelung und Probenentnahme ist schmerzfrei und erfolgt in der Regel unter Sedierung. Nach Diagnosestellung sind weitere Untersuchungen zur optimierten Therapieplanung notwendig, die am Israelitischen Krankenhaus mit langjähriger Erfahrung, umfassender Fachkenntnis und modernster Ausstattung erfolgen:

  • Endosonografie (Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre mithilfe einer speziellen Sonde; dieses Verfahren ist insbesondere bei frühen Tumoren therapieentscheidend)
  • Ultraschall des Bauchraums (Leber, Lymphknoten)
  • Computertomografie des Brust- und Bauchraums

Anhand der Ergebnisse wird in der Tumorkonferenz von allen beteiligten Experten eine Therapieempfehlung gegeben, die unter Berücksichtigung aktueller Leitlinien eine individuell optimierte Behandlungsempfehlung beinhaltet.

Kleine, nicht in die Umgebung wachsende Tumore können wir im Rahmen eines endoskopischen Eingriffs unter Erhalt der Speiseröhre vollständig und dauerhaft entfernen. Die modernen endoskopischen Therapieverfahren der endoskopischen Mukosaresektion mithilfe von Schlingen (EMR) und der submukosalen Dissektion mithilfe endoskopischer Messer (ESD) sind am Israelitischen Krankenhaus seit mehr als zehn Jahren etabliert.

Bei Tumoren, die auf die Speiseröhre beschränkt sind, aber nicht mehr endoskopisch entfernt werden können, erfolgt eine vollständige Entfernung der Speiseröhre mit Ersatz durch den verlängerten Magen in der Chirurgischen Klinik, deren Operationsergebnisse nicht nur auf Hamburg bezogen führend sind.

Tumore, die in die Umgebung einwachsen oder die umgebenden Lymphknoten befallen haben, werden deutlich erfolgreicher behandelt, wenn zunächst eine Chemotherapie, bei Plattenepithelkarzinom auch zugleich eine Strahlentherapie, durchgeführt wird (sogenannte neoadjuvante Therapie). Der Tumor wird hierdurch kleiner und kann besser und erfolgreicher durch die Spezialisten der Chirurgischen Klinik entfernt werden. Als eine der wenigen Kliniken in Deutschland können wir einen operativen Eingriff an der Speiseröhre auch in minimalinvasiver Technik (Verfahren, bei denen sehr kurze Hautschnitte für eine Operation mit feinsten Spezialinstrumenten genügen) durchführen.

Unser Ziel ist es, Lebensqualität so weit wie möglich zu verbessern. Selbst wenn ein Tumor bereits weiter fortgeschritten ist oder wenn eine Operation aufgrund anderer Erkrankungen zu belastend wäre, können wir individuelle, entlastende Therapien anbieten. Dies können endoskopische Maßnahmen sein, die die eigenständige Nahrungsaufnahme gewährleisten (sogenannter Ösophagus-Stent) oder Chemo-/Strahlentherapie zur Eindämmung des Tumors beziehungsweise Verbesserung der Lebensqualität. Tumorpatienten des Israelitischen Krankenhauses profitieren dabei von unserer engen Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut INDIVUMED.

Mehr über unsere chirurgischen Möglichkeiten erfahren Sie hier.

Darüber hinaus bieten wir am Israelitischen Krankenhaus eine qualifizierte Ernährungstherapie an, mit der wir die Behandlung wirksam unterstützen können. Neben der kompetenten medizinischen Versorgung ist es unseren Mitarbeitern sehr wichtig, fürsorglich und zugewandt zu betreuen. Um in der schwierigen Situation unsere Tumorpatienten zu entlasten und ihre Genesung zu fördern, unterstützt unsere erfahrene Psychotherapeutin diese bei der seelischen Verarbeitung der Erkrankung.