Motilitätsstörungen der Speiseröhre - Israelitisches Krankenhaus Hamburg
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Motilitätsstörungen der Speiseröhre

Motilitätsstörungen der Speiseröhre

Am Israelitischen Krankenhaus finden Sie qualifizierte diagnostische und gegebenenfalls therapeutische Hilfe, wenn Sie unter Motilitätsstörungen (Bewegungsstörungen) der Speiseröhre leiden. Diese Erkrankung kann beispielsweise folgende Beschwerden auslösen:

  • Schluckstörungen (Speise und/oder Flüssigkeit bleibt stecken)
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Hochfließen von Speiseröhreninhalt
  • Verschlucken, das von heftigem Husten begleitet werden kann

Bei einem Teil der Betroffenen ist die Speiseröhre wie gelähmt und bewegt sich zu wenig. Solche Störungen können durch bestimmte rheumatische Erkrankungen verursacht werden, aber auch ohne sonstige Erkrankungen auftreten.

Bei anderen Patienten verkrampft sich die Speiseröhre als Ganzes oder in bestimmten Abschnitten. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist die Achalasie, bei der sich der Verschlussmuskel zum Magen nicht mehr richtig entspannen kann. Wenn Speise geschluckt wird und der Muskel nicht entspannt, bleibt der Bissen stecken. Auch Muskelkrämpfe im darüber liegenden Anteil der Speiseröhre (sogenannter Ösophagusspasmus, Nussknacker-Ösophagus, Jack-Hammer-Ösophagus) können ein Steckenbleiben von Nahrung verursachen. Darüber hinaus haben solche Patienten oft auch Schmerzen hinter dem Brustbein.

Als hochspezialisierte, international anerkannte Fachklinik für Erkrankungen des Verdauungsapparats verfügen wir über modernste, zum Teil deutschlandweit einzigartige Verfahren, um die Ursache Ihrer individuellen Beschwerden präzise zu diagnostizieren und gegebenenfalls gezielt zu behandeln.

Um zuverlässig sicherzustellen, dass Ihre Beschwerden durch eine Motilitätsstörung Ihrer Speiseröhre und nicht durch eine andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankung mit ähnlichen Symptomen verursacht wird, schließen wir am Anfang Ihrer Diagnostik in unserem Hause zunächst aus, dass Sie unter einer der folgenden Erkrankungen leiden:

– Durchblutungsstörung am Herzen (Angina pectoris)

– Tumor der Speiseröhre

– schwere Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut durch Rückfluss von Mageninhalt (Refluxösophagitis)

Anschließend untersuchen wir Sie bei dem Verdacht auf eine Bewegungsstörung der Speiseröhre mithilfe des genauesten Verfahrens, dass es hierfür zurzeit gibt, der hochauflösenden Ösophagusmanometrie (Druckmessung der Speiseröhre). Ähnlich wie bei einer pH-Metrie (Säuremessung) schieben wir dabei eine Sonde (feiner Untersuchungsschlauch) behutsam bis in den Magen. Bei dieser Untersuchung messen wir aber nicht den Säuregehalt, sondern ermitteln anhand von Messpunkten an vielen verschiedenen Stellen, mit welcher Kraft der Speiseröhrenmuskel sich beim Schlucken von Flüssigem (Wasser) und Festem (Reis) bewegt. Dieses Verfahren, das wir am Israelitischen Krankenhaus als einem der wenigen Zentren auf der Welt auch über 24 Stunden durchführen können, ermöglicht unseren Fachärzten eine sehr differenzierte Erfassung des komplizierten Zusammenspiels von erschlaffenden Verschlussmuskeln und wellenförmig fortgesetzten Muskelanspannungen, die die Speise (selbst beim Kopfstand) in den Magen bewegen.

Anschließend besprechen wir die Ergebnisse unserer umfassenden Diagnostik mit Ihnen, um anhand dieser soliden Daten gemeinsam die für Ihre individuellen Beschwerden und Ursachen bestgeeignete Behandlung abzustimmen.

Wenn Ihrer Erkrankung eine Verkrampfung der Speiseröhre zugrunde liegt, können wir Ihnen unter anderem mit folgenden endoskopischen Verfahren (schonende Behandlung über Mund und Speiseröhre mithilfe feiner Spezialinstrumente) recht gut helfen:

  • endoskopische, pneumatische Dilatation: behutsames Aufdehnen der krampfenden Abschnitte
  • endoskopische Verabreichung des Medikaments Botulinumtoxin zur Lähmung und Entspannung der krampfenden Muskulatur

Sollte das nicht genügen, um Ihre Beschwerden dauerhaft zu lindern, so können wir den spastischen (durch unkontrollierte Krämpfe beeinträchtigten) Muskel operativ durchtrennen. Dabei stehen uns folgende Verfahren zur Verfügung:

  • perorale endoskopische Myotomie (POEM: neues, minimalinvasives Verfahren, bei dem die Muskulatur mithilfe eines durch den Mund eingeführten Endoskops schrittweise gespalten wird) im Rahmen einer Magenspiegelung
  • Hellersche Myotomie (klassisches Verfahren der Spaltung des betroffenen Muskels, benannt nach dem deutschen Chirurgen Ernst Heller) im Rahmen einer sogenannten „Schlüsselloch“-Operation (schonender Eingriff, bei dem unseren erfahrenen Chirurgen winzige Hautschnitte statt des früher erforderlichen langen Bauchschnitts genügen)

Die hochauflösende Ösophagusmanometrie liefert uns die erforderlichen Informationen, um Ihnen die für Sie am besten geeignete Therapie zu empfehlen und Sie gegebenenfalls entsprechend zu behandeln.

Unsere Erfahrung gibt Ihnen Sicherheit

Bewegungsstörungen der Speiseröhre sind keine Volkskrankheit: An einer Achalasie erkranken in Hamburg jedes Jahr ca. 15 Menschen. 50 Patienten mit Achalasie aus ganz Deutschland untersuchen und behandeln wir jedes Jahr am Israelitischen Krankenhaus. Damit sind wir eines der größten Zentren für diese und andere Motilitätsstörungen der Speiseröhre.

Mehr über unsere außergewöhnlichen funktionsdiagnostischen Möglichkeiten erfahren Sie hier.