13C-Atemtests
13C-Atemtests messen je nach Wahl der Testsubstanz unterschiedliche Verdauungsfunktionen wie die Magenentleerung, die Produktion von Verdauungssäften durch die Bauchspeicheldrüse oder eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Alle von uns eingesetzten 13C-Atemtests sind einfach durchzuführen und wenig belastend. Die Testsubstanzen sind harmlos. Patienten müssen lediglich ein für ihre Fragestellung geeignetes Testfrühstück bzw. eine Testlösung zu sich nehmen und danach in festen Abständen in hierfür vorgesehene Beutel pusten. Die Auswertung erfolgt im Anschluss mit einem speziellen Gerät.
13C-Harnstoff-Atemtest
Mit dem Test kann eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori diagnostiziert werden. Von diesem Bakterium weiß man heute, dass es die wichtigste Ursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ist. Der Keim kann im Gegensatz zum menschlichen Magen-Darm-Trakt 13C-Harnstoff spalten, welcher für den Test in Orangensaft gelöst getrunken wird. Aus den Spaltprodukten entsteht 13C-Koh¬lendioxid, das abgeatmet wird. Findet sich nach dem Trinken der Testlösung ein deutlicher Anstieg der 13C-Konzentration in der Atemluft, ist dies ein zuverlässiger Hinweis auf eine Infektion des Magens mit dem Keim.
13C-Oktansäure-Atemtest
Der Test ist sinnvoll bei Oberbauchbeschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Völlegefühl, die auf eine Magenentleerungsstörung deuten können. Für den Test wird ein Testfrühstück mit 13C-Oktansäure verabreicht. Dies ist eine Fettsäure, die auch natürlich vorkommt. Sobald die 13C-Oktansäure aus dem Magen in den Dünndarm gelangt, wird sie vom Körper aufgenommen und verstoffwechselt. Hierbei entsteht 13C-Kohlendioxid, welches abgeatmet wird. Deshalb kann anhand des Anflutens von 13C-Kohlendioxid in der Atemluft auf die Magenentleerung rückgeschlossen werden. Der 13C-Oktansäure-Atemtest ist die aktuell beste Alternative zur Untersuchung der Magenentleerungsgeschwindigkeit mit einer radioaktiv markierten Testmahlzeit.
13C-Acetat-Atemtest
Der Test ist sinnvoll bei Oberbauchbeschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Völlegefühl, die auf eine Magenentleerungsstörung deuten können. Im Unterschied zum 13C-Oktansäure-Atemtest wird bei diesem Test nicht die Entleerung von fester Nahrung, sondern die Magenentleerung einer Flüssigkeit gemessen. Dies kann bei manchen Patienten relevante Zusatzinformationen liefern. Für den Test wird eine Testlösung mit geringen Mengen an 13C-Acetat (Salz der Essigsäure) verabreicht. Sobald 13C-Acetat aus dem Magen in den Dünndarm gelangt, wird es vom Körper aufgenommen und verstoffwechselt. Hierbei entsteht 13C-Kohlendioxid, welches abgeatmet wird. Deshalb kann anhand des Anflutens von 13C-Kohlendioxid in der Atemluft auf die Magenentleerung rückgeschlossen werden.
13C-Triglycerid-Atemtest
Mit dem Test kann die Produktion von Verdauungssäften durch die Bauchspeicheldrüsenfunktion gemes¬sen werden. Er kommt für Patienten in Frage, die Bauchbeschwerden, insbesondere Durchfall und fettige Stühle oder Blähungen haben und teils trotz ausreichender Nahrungszufuhr Gewicht verlieren. Für den Test wird eine spezielle Mahlzeit verabreicht, die 13C-markierte Triglyceride enthält (Triglyceride sind normale Nahrungsfette). Triglyceride müssen erst von Inhaltsstoffen des Bauch-speichel¬drüsensaftes gespalten werden, bevor sie vom Körper aufgenommen und verstoffwechselt werden können. Dabei entsteht 13C-Kohlendioxid, das abgeatmet wird. Somit kann anhand der Menge an 13C-Kohlendioxid in der Atemluft auf die Bauchspeicheldrüsenfunktion rückgeschlossen werden.
