Kontrastverstärkter Ultraschall (CEUS)
Kontrastverstärkter Ultraschall wird im Israelitischen Krankenhaus seit Anfang 2005 mit stetig steigenden Untersuchungszahlen durchgeführt (zuletzt rund 500 Untersuchungen pro Jahr). Er zählt zu den Schwerpunkten besonderer Qualität im Untersuchungsspektrum der Bauchorgane.
Kontrastverstärkter Ultraschall dient der Analyse der Gefäßarchitektur krankhafter Prozesse. Die über die Blutbahn (Armvene) verabreichten, 1-10 m großen, durch Ultraschallwellen zum Schwingen gebrachten Mikrobläschen zirkulieren durch die Gefäßstrombahn und machen durch die Signalanhebung auch in den kleinsten Gefäßen krankhafte Zustände sichtbar.
Da das Kontrastmittel weder die Niere schädigt noch, wie es bei Röntgenkontrastmitteln üblich ist, Jod beinhaltet, kann es auch trotz Kontrastmittelallergie, Schilddrüsenüberfunktion und Nierenschwäche bedenkenlos gegeben werden. Da das Kontrastmittel in den Organen nach nur wenigen Sekunden anflutet, werden kurze Ultraschallfilme aufgezeichnet und bedarfsweise nach der Untersuchung „in Echtzeit“ oder Bild für Bild betrachtet.
Aufgrund der in der Leber doppelt angelegten Blutversorgung (Pfortader und Leberarterie) lassen sich durch die kontrastverstärkte Ultraschalluntersuchung nach einigen Minuten (Spätphase) gezielt Tochtergeschwülste (Metastasen) ausfindig machen. Der hohe Nutzen des nahezu risikofreien Verfahrens zur Abklärung gutartiger (ca. 5% der Gesamtbevölkerung!) oder bösartiger, knotiger Veränderungen der Leber und Gallenwege ist wissenschaftlich belegt.
Im Israelitischen Krankenhaus wird kontrastverstärkter Ultraschall darüber hinaus zur Beurteilung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Nieren und ableitenden Harnwege, der Milz, der Geschlechtsorgane, der großen Arterien, der Lunge, solider Tumorknoten und zur Kontrolle nach Einlage von Drainagen (Abszesse, Gallenwege, entzündliche Höhlen durch Bauchspeicheldrüsenentzündungen) eingesetzt.
Er ist außerdem fest in die Tumornachsorge und die komplexen Behandlungskonzepte bösartiger Erkrankungen eingebettet. Hierzu zählen die Vorbereitung und Kontrolle aufwendiger Therapien (vor großen Leberoperationen, vor kombinierter Strahlen- und Chemotherapie, unter medikamentöser Behandlung, insbesondere durch gefäßhemmende Substanzen, oder nach lokaler Tumorbehandlung wie Radiofrequenzablation und Operation).
